Paid Links, PR & SEO Information Overload

11.09.2009, 14:40 Uhr · Abgelegt in: Blog, SEO

Link Building Spezialist Eric Ward hat Mitte dieser Woche eine spannende Kolumne mit dem Namen „Elephants In The Link Building Living Room“ auf SearchEngineLand veröffentlicht (leider gibt’s das Archiv nur kostenpflichtig, daher kann ich nicht verlinken). Ward zieht dabei in seinem Artikel immer wieder den Vergleich mit dem „weißen Elefanten“ (der laut Definition ein Synonym für eine offensichtliche Wahrheit ist, welche aber dennoch ignoriert bzw. nicht angesprochen wird). Ich nutze den Artikel einfach mal als Sprungbrett für ein, zwei Themen über die ich eh schon länger mal Schreiben wollte, aber nie so richtig dazu gekommen bin…

Schauen wir uns einfach mal einige Passagen an, im ersten Abschnitt geht es um das Thema Paid-Links:

„The most obvious link building white elephant is paid links. They are bad, right? Yes. Bad, bad, bad. Nobody talks about doing it, yet it seems like everybody does it […] But the bots can’t spot them all, and competitors are doing it, so everybody does it […]“.

Auch wenn ich etwas gekürzt habe: Die Essenz der Aussage ist, dass im Grunde jeder sagt, Paid-Links seien schlecht, sie aber auf der anderen Hand trotzdem überall verwendet werden.

Und wenn wir ehrlich sind, ist das auch so: Die wenigsten geben offen zu, dass sie Links kaufen, außer natürlich im kleinen Kreise. Die Frage ist doch aber eher, warum ist das so und warum haben gekaufte Links ein „schlechtes“ Image? Richtig: Weil Big-G das so sieht… und es natürlich eine gewisse Gefahr mit sich bringt, öffentlich zu äußern, dass man Links kauft bzw. verkauft. Vergessen wir nun auch mal die ganzen Sidebar, Footer, Directory, etc. Links – die taugen eh nicht, egal ob nun bezahlt oder nicht. Doch wenn ich nun eine Seite finde, die thematisch zu meinem Content passt, den ich verlinken möchte und ich kann auf dieser Seite einen sinnvollen Link innerhalb des Textes platzieren und dafür bezahle ich den Inhaber der Seite – ist das wirklich so schlecht?! Laut Google müsste ich diesen Link nofollow’en – da er gekauft ist, aber wieso? Der Content passt thematisch zusammen, der Betreiber kann für den Link einstehen (er kennt die Zielseite und den Inhalt dort) und auch für den Besucher der Seite ist es doch ein Mehrwert?

Am Ende ist diese Aussage von Google (und die damit verbundene Panikmache) doch eher das Kaschieren eines großen Problems (für Google): Wenn man solche Links wirklich clever setzt und dabei auch alle anderen Regeln von gutem Linkaufbau beachtet, ist es Google nicht möglich diese Links zu erkennen und entsprechend zu entwerten. Was also passiert, ist, dass der Linkgraph (zum Positiven für den Linkbuilder; zum Negativen für Google) beeinflusst wird – aber wessen Problem ist das? Doch nicht das, des Linkbuilders, oder?

Aber zurück zu den weißen Elefanten… im nächsten Abschnitt geht’s um die PageRank Toolbar bzw. PR im Allgemeinen:

„Next white elephant? The Pagerank toolbar. Nobody believes it. It’s always behind. It isn’t the true score Google uses, and it is meaningless. Really? Then remove it from your browser. Go ahead. I dare you. I think we all stare at the Pagerank toolbar as pages load […] Pagerank 7. Buy one? No. Buy Two! One with anchor text, one without.“

Ja und nein… ;) Fagen wir mal so an: Neben Eric predigt auch Christoph schon seit geraumer Zeit, dass der PageRank tot ist und man ihn besser vergessen sollte – im Grunde haben beide Recht. ABER… aber ganz so einfach ist es nicht. Stellen wir uns nun also mal vor, man verkaufe Links, rein hypothetisch natürlich, weil das ja böse ist – oder auch harmloser – man tausche Links:

1/ So lange Textlinkbörsen wie TLA, teliad oder LinkLift den PR als wichtigen Indikator in die Preisgestaltung einbeziehen, wird ein großer Teil der Webmaster immer dem PR nachjagen. Weil: Umso höher dieser ist, umso mehr Kohle.

2/ Und so lange Agenturen (oder Hobby-SEOs, etc.) die wirklichen Metriken gar nicht kennen bzw. verstehen, die einen guten oder schlechten Link ausmachen (nochmals Kudos an Christoph, das „Advanced Link Building Training“ ist eine gute Sache, um hier ein wenig Aufklärung zu leisten) wird der PR nicht verschwinden. Wie auch – dazu ist der grüne Balken eine zu einfach zu verstehenden und bequeme Art, „den Wert“ einer Seite zu ermitteln. Das dieser Wert dann nicht der eigentliche Wert ist, dafür reicht meist das Verständnis nicht mehr…

Das Thema Directories erspare ich uns allen – das wurde auch schon zur Genüge durchgekaut. Abschließend noch ein paar Worte zu SEO Information Overload:

„The last elephant in the room? SEO Information Overload. Good lord, I’ve pruned my Twitter follow list but no matter what I do I can’t get below 75 people who I feel I absolutely must follow. If each of them tweet a link to just one article, blog post, or news item each day, that’s […] 1,700 per month. And that’s just Twitter. […] there is simply way too much SEO information being produced. […]“.

Auch Marcus hatte ja schon mehrmals festgestellt, dass – insbesondere seit Twitter – die SEO Blogs in Deutschland ein wenig „aussterben“ und wenn man ehrlich ist, ist das nicht das Schlechteste. Informationen werden teilweise x-fach wieder aufbereitet und als eigener Content erneut gebloggt, so was ist völlig unnötig! Wer diesen Job wirklich Fulltime betreibt ist eh schon einen großen Teil seiner Zeit damit beschäftigt, Informationen zu konsumieren – da macht es wenig Spass, wenn man alles mehrmals lesen muss.

Ein weiterer, wichtiger Punkt ist dann natürlich auch noch, wer das Ganze schreibt. Von x-tem „seo-gott24.de“ (ich hoffe, die Domain gibt’s jetzt nicht…) muss ich das dann auch nicht lesen. Hier kommt’s am Ende sehr stark auf Fokussierung an: Wenige Quellen von hoher Qualität im Feedreader kombiniert mit einigen Power-Usern im Twitter sind völlig ausreichend um nichts zu verpassen…

OK – genug gemeckert für heute! ;)



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